Nicht altbacken: Innovatives Hafner-Handwerk

Nicht altbacken: Innovatives Hafner-Handwerk

Geschrieben am 29. Mai 2020

Das Lehrlingsprojekt „Brotback-Ofen“ der Innung der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker in Zusammenarbeit mit Stocker verdeutlicht, wie abwechslungsreich, innovativ, kreativ und technisch anspruchsvoll der Hafnerberuf ist.

Brot aus dem Holzofen hat Tradition und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Bei Holzbacköfen mit moderner Verbrennungstechnologie gibt es im Land eine sehr starke Nachfrage – vor allem deshalb, weil auch die Anforderungen in Feinstaubemissionen immer strenger werden. Daher hat die Landesinnung der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker Vorarlberg in Kooperation mit dem Österreichischen Kachelofenverband und dessen Versuchsanstalt eine Verbrennungstechnologie entwickelt, die perfektes Holzofenbrot bei niedrigsten Schadstoffemissionen gelingen lässt. Dazu wurde die Technologie moderner Kachelöfen, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgestattet sind, auf Brotbacköfen adaptiert.

Vorzeigeprojekt

Im Rahmen eines Lehrlingsprojekts Mitte Februar 2020 wurde ein solcher Ofen in einer Koblacher Bäckerei errichtet, die bis vor Kurzem kein Holzofenbrot mehr backen konnte. Der alte Ofen entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen, weswegen die Entscheidung fiel, diesen aufzugeben. Mit dem Ofenbauprojekt konnte die Innung der Hafner, Platten- und Fliesenleger und Keramiker nun nicht nur einem heimischen Betrieb bei der Errichtung eines modernen Ofens unter die Arme greifen: „Das Projekt ist auch eine ideale Möglichkeit, die langjährige Erfahrung und das Wissen im Ofenbau an die jungen Hafner weiterzugeben. Unser Handwerk muss permanent weiterentwickelt werden, damit auch Lösungen für die heutigen Anforderungen, gerade auch in Bezug auf Feinstaubemissionen, angeboten werden können“, sagt Innungsmeister Hubert Ratz. Der Ofen hält, was das abwechslungsreiche und innovative Handwerk verspricht: Die Emissionen werden um das Fünfzehnfache verbessert, während sich die Lebensdauer verdoppelt und der Holzverbrauch deutlich geringer wird. „Hier kann man tatsächlich von Amortisierung sprechen“, führt Ratz aus. Der für den Ofen passende, doppelwandige Edelstahlkamin NiroLine DW 25/50, welcher sich insbesondere durch seine einfache und schnelle Montage durch die stirnseitig geschossenen Elemente auszeichnet, wurde von der Firma Stocker aus Innsbruck geliefert. Vor Ort wurden die Lehrlinge von Daniel Canestrini, Vertriebsmitarbeiter von Stocker eingeschult und die Vorteile des Systems erläutert.

Nachwuchsarbeit

Im Rahmen des Projekts wurde nicht nur wertvolles Praxiswissen von erfahrenen Hafnern an die beteiligten sieben Lehrlinge weitergegeben. Bei einem nicht alltäglichen Ofenbau samt Montage des dazugehörigen Abgassystems mitzuwirken, zeigt den Nachwuchshandwerkern auch, dass der Traditionsberuf in vielen Gesichtspunkten abwechslungsreich ist, wie Lehrling Pius Plank (viertes Lehrjahr) berichtet: „Ein Gewölbe mit dieser Dimension mauert man selten und bei diesem Projekt dabei sein zu dürfen, ist echt eine coole Sache. Dabei waren wir von der Planung über die Realisierung bis zur Inbetriebnahme des Ofens eingebunden und bei allen Schritten live dabei und haben dadurch neue Arbeitsweisen und Techniken kennengelernt. Auch mit Lehrlingen aus anderen Betrieben zusammenzuarbeiten war sehr lehr- und abwechslungsreich“, erzählt Plank. „Es war eine Ehre bei diesem außergewöhnlichen Projekt mitzuwirken und unser Know-How an die jungen Fachkräfte weiter zu geben“, führt Daniel Canestrini weiter aus. Auch in Zukunft wird Stocker die Branche bei der Aus- und Weiterbildung der angehenden Meister unterstützen und freut sich schon jetzt auf die Zusammenarbeit.